BC 3/1999: Titelthema: Außenprüfung


23. Jahrgang; Seiten 49-72; März 1999
Titelthema
Außenprüfung

Buchführung/Rechnungslegung/
Jahresabschluß

Hermann Dewein
Mehr- und Weniger-Rechnung in der Praxis der Betriebsprüfung S. 49

Steuerrecht
Hans Jürgen Bathe
Die Umsatzsteuer-Sonderprüfung S. 54

Hermann Dewein
Die Lohnsteuer-Außenprüfung S. 59

Arbeits-/Sozialrecht
Bruno Krawczyk
Betriebsprüfung durch die Träger der Rentenversicherung S. 62

Wirtschaftsrecht
Dr. Jörg Burkhard und Dr. K. Jan Schiffer
Von der Betriebsprüfung zur Steuerfahndung (Teil I) S. 66

BVBC-Nachrichten S. 70

Impressum S. XIII

Anstieg der steuerlichen Außenprüfungen

Die Zahl der Außenprüfungen wie auch der Betriebsprüfer hat zwischen 1994 und 1997 um knapp 20 Prozent zugenommen (F.A.Z. vom 25.9.1998). Auch Mittelbetriebe (steuerlicher Gewinn über 90 TDM), die bislang im Durchschnitt noch alle 12,8 Jahre geprüft wurden, müssen daher künftig vermehrt auf eine steuerliche Außenprüfung gefaßt sein. Der auffällige Anstieg der Zahl der Betriebsprüfer – zwischen 1994 und 1997 um 1.605 auf 9.978 – nimmt sich letztlich nicht so gravierend aus, da sie zwischen 1990 und 1995 rückläufig war und sich erst 1996 wieder auf dem Niveau des Jahres 1990 bewegte.

Laut der "Länderliste der Betriebsprüfung und Steuerfahndung 1997" (F.A.Z. vom 5.2.1999) gibt es innerhalb der 16 Bundesländer ein erhebliches "Betriebsprüfungsgefälle". Danach liegen Bayern und Bremen bei der Prüfung von Groß- und Mittelbetrieben deutlich über dem Bundesdurchschnitt, während Nordrhein-Westfalen und Hessen das Schlußlicht bilden. Diese Angaben lassen allerdings keinen Schluß auf die Intensität der Außenprüfungspraxis in bestimmten Bundesländern zu. So habe beispielsweise die bayerische Finanzverwaltung die Betriebsprüfer zu einer großzügigeren Stichprobenprüfung angehalten, um mit einer erhöhten Fallzahl je Betriebsprüfer die Kontrollquote zu verbessern.

Bereits Wilhelm Busch hat es gewußt: "Wer liebt denn schon auf dieser Erde, ich will mal sagen, die Steuerbehörde?" Da selbst steuerlich versierte Rechnungswesenverantwortliche im "Dauerregen" von neuen Steuerverordnungen und -bestimmungen die Übersicht verlieren, kann sie die "Heimsuchung des staatlichen Finanzkontrolleurs" durchaus verunsichern. Um die erforderliche Ruhe zu bewahren, ist eine gute Vorbereitung auf die Außenprüfung unerläßlich, wozu diese BC-Ausgabe wichtige Hilfestellungen gibt. In jedem Fall hat es keinen Zweck, die Abneigung gegen den Fiskus im allgemeinen auf den Prüfer im konkreten Fall zu übertragen. Er sollte in einer sachlichen und offenen Atmosphäre empfangen werden.

Mit Blick auf die Schlußbesprechung kann man sich das Scherzwort eines ehemaligen württembergischen Betriebsprüfungschefs vor Augen halten: "Merken Sie sich, im Steuerrecht gibt es keine Vergleiche, es gibt nur eine restlose Annäherung gegenteiliger Rechtsstandpunkte". Dem verantwortungsbewußten Beamten fällt dabei "kein Edelstein aus der Krone". Er weiß ohnehin, daß er die tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse zugunsten wie zuungunsten des Steuerpflichtigen zu prüfen hat (§ 199 Abs. 1 AO) – also nicht "in dubio pro fisco". Den nicht auszurottenden Argwohn, Außenprüfer würden nach der Höhe ihrer Mehrergebnisse befördert, dementiert die Finanzverwaltung entschieden: Es werden nur die Mehrergebnisse einer Betriebsprüfungsstelle im ganzen statistisch erfaßt.


Vorschau
Die voraussichtlichen Themen der BC-April-Ausgabe 1999:

  • Steuerbilanzielle Auswirkungen des neuen Steuerentlastungsgesetzes;
  • Neuregelungen zur Umsatzsteuer im neuen Steuerentlastungsgesetz;
  • Änderungen der arbeitsrechtlichen Bestimmungen;
  • Von der Betriebsprüfung zur Steuerfahndung (Teil II).

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Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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