Heft 11/1999: Titelthema: KonTraG und Jahresabschluß


23. Jahrgang; Seiten 241-264; November 1999
Titelthema
KonTraG und Jahresabschluß

Buchführung/Rechnungslegung/
Jahresabschluß

Prof. Dr. Karlheinz Küting und Sascha Dawo
Bilanzielle Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der handelsrechtlichen Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der fertigen und unfertigen Erzeugnisse (Teil II) S. 241

Stefan Wehner
Auswirkungen des KonTraG auf die Vorbereitung der anstehenden Jahresabschlußprüfungen S. 244

Kostenrechnung/Controlling
Robert Risse
KonTraG – Einrichtung eines Frühwarnsystems am Beispiel der Deutschen Post AG S. 248

Steuerrecht
Christian Rech
Steuerbilanzielle Gestaltungsmöglichkeiten zum Jahresende – unter besonderer Berücksichtigung des Steuerentlastungsgesetzes 1999/2000/2002 S. 253

Arbeits-/Sozialrecht
Christian Klette
"Weihnachtsgeld" und 13. Monatsgehalt S. 258

BVBC-Nachrichten S. 261

Impressum S. XIII

Risiken in Betrieben

Leben ist "lebensgefährlich"; und auch Wirtschaften ist nicht ohne Risikobereitschaft möglich. "Blindes" Vertrauen und unreflektierte Schicksalsergebenheit sind dabei ebenso verhängnisvoll wie das Streben nach totaler Absicherung. Der "Königsweg" besteht darin, bestehende als auch künftige Risiken kontrollierbar und kalkulierbar zu machen, ohne sich dabei allzu viele Chancen zu vergeben. Unternehmen gehen daher bewußt begrenzbare Risiken ein, sofern sie ohne diese nicht die gewünschten Wettbewerbsvorteile erreichen sowie angemessene Erträge erwirtschaften können. Risiken sind aller Erfahrung nach dann für ein Unternehmen bestandsgefährdend, wenn ihr Eintreten (mehr als) die Hälfte des Eigenkapitals aufzehrt. Eine Risikostrategie sollte daher die maximale Verlustgrenze für das Unternehmen vorgeben.

Die Praxis zeigt allerdings, daß auch bei Rechnungswesenverantwortlichen und Controllern Blickrichtungen dominieren wie: Was ist zu tun, damit sich ein neues Produkt besser verkauft, oder wird sich eine neu angeschaffte Maschine rechtzeitig amortisieren? Vor allem die Einführung neuer Produkte/Dienstleistungen wird erfahrungsgemäß ohne Risikoabsicherung betrieben. Es werden marktgerechte Preise kalkuliert, die eine erträgliche Rendite (z.B. von 8 %) abwerfen. Nicht berücksichtigt wird häufig, wie sich gegebenenfalls zusätzliche Kosten für den Ersatz eines abgesprungenen Händlers auf den Cash-flow auswirken oder ob sich der Absatz bestehender Produkte durch das veränderte Sortiment nachhaltig schmälern wird.

Um die Lösungsvariante mit dem geringsten Risiko und zugleich der größten Rendite zu erhalten (z.B. ein älteres Produkt wird aus dem Sortiment herausgenommen, ein neuer Verkäufer wird eingestellt und ein Lager angemietet), hat sich die Szenariotechnik bewährt. Zunächst werden potentielle Einzelrisiken (z.B. steigende Beschaffungspreise) ermittelt und ihre Auswirkungen auf Bezugsgrößen (z.B. Plan-GuV-Position "Materialaufwand") bewertet. Letztlich wird aus der Summe bewerteter Risiken die Gesamtrisikoposition eines Unternehmens festgestellt (z.B. Minderung des Umsatzes/Cash-flow). Diese Berechnung der Risiko-Wirkungsketten sollte permanent erfolgen, z.B. monatlich, oder wenn sich einzelne Risikofaktoren einschneidend geändert haben.

Theoretische Modelle der Finanzmathematik oder Wahrscheinlichkeitsrechnung (z.B. Algorithmen) haben sich in der Praxis zum Aufbau von Frühwarnsystemen wegen ihrer Komplexität nicht durchgesetzt. Die Simulationstechnik hingegen unterstützt nicht nur ein effizientes Risikomanagement, sondern läßt sich auch als Instrument zur wertorientierten Unternehmenssteuerung einsetzen.


Vorschau
Die voraussichtlichen Themen der BC-Dezember-Ausgabe 1999:

  • Praxishinweise zum KapCoRiLiG;
  • Steuerhinweise für den Unternehmensbereich zum Jahresende;
  • Wesentliche Änderungen in den Lohnsteuer-Richtlinien 2000;
  • Neue arbeitsrechtliche Vorschriften.

Organ des Bundesverbandes der
Bilanzbuchhalter und Controller e.V. BV/BC

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