Bundeskabinett beschließt Sozialversicherungsrechengrößen 2011


Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Pressemitteilung vom 13.10.2010

Mit der Verordnung über die Sozialversicherungsrechengrößen 2011, die am 13.10.2010 vom Bundeskabinett beschlossen worden ist, werden die maßgeblichen Rechengrößen in der Sozialversicherung gemäß der Einkommensentwicklung im vergangenen Jahr angepasst. Die Festlegung der Werte und das Verordnungsverfahren erfolgen wie in jedem Jahr auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen.

Die den Sozialversicherungsrechengrößen 2011 zugrunde liegende Einkommensentwicklung im Jahr 2009 betrug

–        in den alten Bundesländern -0,39% und

–        in den neuen Bundesländern +0,84%.

Für die Fortschreibung der bundeseinheitlich geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenzen in der gesetzlichen Krankenversicherung wird demgegenüber eine Einkommensentwicklung für Gesamtdeutschland im Jahr 2009 in Höhe von -0,24% zugrunde gelegt. Bei der Ermittlung der jeweiligen Einkommensentwicklung wird auf die Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer ohne Personen in Arbeitsgelegenheiten mit Entschädigungen für Mehraufwendungen („Ein-€-Jobs“) abgestellt.

 

Die wichtigsten Rechengrößen 2011 im Überblick

Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung Bedeutung hat (u.a. für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung und für die Beitragsberechnung von versicherungspflichtigen Selbstständigen in der gesetzlichen Rentenversicherung), verändert sich für das Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr nicht und beträgt weiterhin 2.555 €/Monat (West). Die Bezugsgröße (Ost) steigt auf 2.240 €/Monat (2010: 2.170 €/Monat).

Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung verändert sich für das Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr nicht und beträgt weiterhin 5.500 €/Monat (West). Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt auf 4.800 €/Monat (2010: 4.650 €/Monat).

Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung (Jahresarbeitsentgeltgrenze) sinkt auf 49.500 € (2010: 49.950 €). Für Arbeitnehmer, die bereits am 31.12.2002 aufgrund der zu diesem Zeitpunkt geltenden Regelungen wegen des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei waren, sinkt die Jahresarbeitsentgeltgrenze für das Jahr 2011 auf 44.550 € (2010: 45.000 €).

Unabhängig davon, welche Versicherungspflichtgrenze gilt, beträgt die Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2011 für alle Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung 44.550 € jährlich (2010: 45.000 €) bzw. 3.712,50 € monatlich (2010: 3.750 €).

 

Rechengrößen der Sozialversicherung 2011

(vorbehaltlich Zustimmung Bundesrat) 

Sozialversicherungsrechengrößen

Monat (West)

Jahr (West)

Monat (Ost)

Jahr (Ost)

Beitragsbemessungsgrenze: allgemeine Rentenversicherung

5.500 €

66.000 €

4.800 €

57.600 €

Beitragsbemessungsgrenze: knappschaftliche Rentenversicherung

6.750 €

81.000 €

5.900 €

70.800 €

Beitragsbemessungsgrenze: Arbeitslosenversicherung

5.500 €

66.000 €

4.800 €

57.600 €

Versicherungspflichtgrenze:
Kranken- u. Pflegeversicherung

4.125 €

49.500 €

4.125 €

49.500 €

Beitragsbemessungsgrenze: Kranken- u. Pflegeversicherung

3.712,50 €

44.550 €

3.712,50 €

44.550 €

Bezugsgröße in der Sozialversicherung

2.555 € [*]

30.660 €*

2.240 €

26.880 €

vorläufiges Durchschnittsentgelt/Jahr in der Rentenversicherung

30.268 €

 

[*] In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung gilt dieser Wert bundeseinheitlich.

 

Praxis-Info!

Die Verordnung bedarf – wie gesagt – noch der Zustimmung des Bundesrats.

Den Verordnungsentwurf der Bundesregierung (Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2011 – Sozialversicherungsrechengrößen 2011) finden Sie hier.

In BC 12/2010 wird eine umfangreichere Aufstellung der Entgeltgrenzen 2011 – wie bereits in den Vorjahren in der Jahresendausgabe wiederholt geschehen – veröffentlicht.

[Anm. d. Red.]

 

BC 11/2010