Selbständige Bilanzbuchhalter/innen: Zulässigkeit der freien Mitarbeit bei einem Steuerberater


Pressemitteilung der Bundessteuerberaterkammer vom 14.3.2005, 011/2005
Seit 1.4.2005 sind Änderungen der Berufsordnung der Steuerberater (BOStB) in Kraft getreten, die von der Satzungsversammlung der Bundessteuerberaterkammer am 21.12.2004 beschlossen wurden.

Neu geregelt wurde die Mitarbeit in Steuerberaterpraxen durch die Änderung von § 7 BOStB. Bislang durften nur Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer als freie Mitarbeiter eingesetzt werden. Diese Beschränkung auf sozietätsfähige Berufe hatte sich in der Praxis als zu eng erwiesen. Nunmehr ist jede Mitarbeit in Steuerberaterpraxen gestattet, soweit die beschäftigten Personen unter der fachlichen Aufsicht und beruflichen Verantwortung des Steuerberaters tätig werden.


Praxis-Info!

Das Verbot der freien Mitarbeit u.a. von Buchhaltern und Geprüften Bilanzbuchhaltern bei einem Steuerberater musste die Bundessteuerberaterkammer auf Druck des Bundeskartellamtes hin, das auf eine Beschwerde des BVBC reagiert hat, aufheben (vgl. v. Schubert, BC 10/2004, S. 227 f., Joka, BC 10/2004, S. 243, sowie BC 2/2005, S. 45 f.). Konsequenzen der Änderung sind u.a.:

  • Wird ein Steuerberater für einen Auftraggeber (Mandanten) tätig, der zugleich einen Buchhalter bzw. Geprüften Bilanzbuchhalter mit nach § 6 Nr. 4 StBerG zulässigen Tätigkeiten (Buchen laufender Geschäftsvorfälle, laufende Lohnabrechnung, Fertigen der Lohnsteuer-Anmeldungen) beauftragt hat, ist sicherzustellen, dass jeweils unmittelbare Auftragsverhältnisse – im Bereich der Vorbehaltsaufgaben mit dem Steuerberater, hinsichtlich der nach § 6 Nr. 4 StBerG zulässigen Tätigkeiten mit dem Buchhalter bzw. Geprüften Bilanzbuchhalter – bestehen.

  • Der Steuerberater hat nach § 62 StBerG seine Mitarbeiter, die nicht Steuerberater oder Steuerbevollmächtigte sind, schriftlich zur Verschwiegenheit zu verpflichten. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um angestellte oder freie Mitarbeiter handelt.

Weiterhin unzulässig ist dagegen eine berufliche Zusammenarbeit auf gleichberechtigter Ebene. Dies gilt insbesondere für die Bildung einer Kooperation auf der Basis eines gemeinsamen Kooperationsvertrages. Eine solche Kooperation dürfen Steuerberater auch künftig nicht mit Gewerbetreibenden eingehen.

Handfeste Verhaltensempfehlungen für selbständige Bilanzbuchhalter/innen, die eine Zusammenarbeit mit einem Steuerberater als freie Mitarbeiter anstreben, gibt v. Schubert in BC 4/2005 (S. 81 ff.). [Anm. d. Red.]