Ermittlung und Fortschreibung des steuerlichen Einlagekontos


BMF-Schreiben vom 4.6.2003, IV A 2 – S 2836 – 2/03

Hat der Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft nicht ins Nennkapital geflossene Einlagen geleistet, führt die Rückgewährung dieser Einlagen grundsätzlich nicht zu steuerpflichtigen Beteiligungserträgen. Die Nachweise, in welcher Höhe solche Einlagen geleistet wurden, sind nach § 27 KStG in einem besonderen Konto außerhalb der Steuerbilanz zu führen.

Zur Ermittlung und Fortschreibung dieses steuerlichen Einlagekontos nimmt ein aktuelles BMF-Schreiben ausführlich Stellung, das insbesondere folgende Themenbereiche abdeckt:

  • Ermittlung des Anfangsbestands des steuerlichen Einlagekontos,

  • Verringerung des Einlagekontos durch Leistungen der Körperschaft,

  • Zeitpunkt der Erfassung der Einlagen,

  • Zugang bei Einbringungsfällen nach § 20 UmwStG,

  • Behandlung bei organschaftlichen Mehr-/Minderabführungen,

  • Sonderfälle der Verrechnung mit dem Einlagekonto,

  • Erläuterung sämtlicher Begriffsdefinitionen des § 27 KStG.

Praxis-Info:


Der Anfangsbestand ergibt sich aus dem letzten Steuerbescheid zum verwendbaren Eigenkapital im Rahmen des Anrechnungsverfahrens. Der hierin festgestellte Schlussbestand des EK 04, sollte dieser positiv sein, gilt als Anfangsbestand des Einlagekontos nach neuem Recht (§ 39 Abs. 1 KStG). Bei Bar- und Sachgründungen sowie in Einbringungsfällen nach § 20 UmwStG gilt das das Nennkapital übersteigende Eigenkapital als Zugang beim steuerlichen Kapitalkonto. Das Einlagekonto verringert sich, wenn die Körperschaft Leistungen erbringt, soweit diese insgesamt den auf den Schluss des letzten Wirtschaftsjahres ermittelten ausschüttbaren Gewinn übersteigen (§ 27 Abs. 1 Satz 3 KStG). Leistungen der Körperschaft im Sinne dieser Vorschrift sind alle Auskehrungen, die ihre Ursache im Gesellschaftsverhältnis haben. Einlagen erhöhen das Kapitalkonto erst bei tatsächlichem Zufluss.

In einem weiteren Abschnitt dieses Schreibens werden die Umwandlung von Rücklagen in Nennkapital und die Herabsetzung des Nennkapitals (§ 28 KStG) behandelt. [Anm. d. Red.]