Bilanzierung bei Körperschaftsteuerminderungsguthaben


OFD Hannover, Verfügung vom 16.12.2002, S 2861 – 1 – StH 231/S 2861 – 2 – StO 214

Nach dem Systemwechsel vom Anrechnungs- zum Halbeinkünfteverfahren ab 2001 gibt es nur einen einheitlichen KSt-Satz. Das Anknüpfen an eine Ausschüttung in den Fällen der Körperschaftsteuerminderung nach § 37 Abs. 2 KStG n. F. ist deshalb rein technischer Natur und hat – anders als beim Anrechnungsverfahren – keinen rechtlichen Einfluss auf die Höhe der Körperschaftsteuer des Jahres, für das ausgeschüttet wird. Vielmehr ändert sich die Körperschaftsteuer des Veranlagungszeitraumes, in dem das Wirtschaftsjahr endet, in dem die Gewinnausschüttung erfolgt. Die sich hiernach ergebende Auswirkung auf den Bilanzgewinn des Wirtschaftsjahres ist handels- und steuerrechtlich identisch. Hiervon abweichende Bilanzansätze sind zu ändern und der weiteren Prüfung zu Grunde zu legen (z.B. anteiliges Eigenkapital nach § 8 a Abs. 2 KStG n. F.).

Die gegenteilige Rechtsauffassung des Hauptfachausschusses des IDW wird hier nicht geteilt.

Die o. g. Grundsätze gelten für die Körperschaftsteuererhöhung nach § 38 Abs. 2 KStG n. F. entsprechend.


Praxis-Info:


Die Abschaffung des körperschaftsteuerlichen Anrechnungsverfahrens machte vielfältige Vorschriften zur Abwicklung des verwendbaren Eigenkapitals erforderlich (vgl. ausführlich Rech, BC 10/2000, S. 219 ff.).

Steuerminderungsguthaben in EK 40 waren zum 31.12.2000 (Wj = Kj) mit 10/60 zu multiplizieren. Dies ist letzthin die Steuerminderung von 40 % auf 30 %, die im Rahmen des Anrechnungsverfahrens frei geworden wäre. Dieser 1/6-Betrag wird als Steuerguthaben erfasst, für die nächsten 15 Jahre fortgeschrieben und im Ausschüttungsfall als Steuerminderung wirksam.

Für Ausschüttungen im Rahmen des Halbeinkünfteverfahrens erhält die ausschüttende Gesellschaft eine Steuerminderung in Höhe von 1/6 der Ausschüttung, und zwar im Jahr der Gewinnausschüttung (z.B. 2002). Die Körperschaftsteuer des Veranlagungszeitraumes des Wirtschaftsjahres, für das ausgeschüttet wird (z.B. 2001), bleibt hiervon unberührt. [Anm. d. Red.]