Verlustmantelkauf bei einer Komplementär-GmbH


FG Köln, Urteil vom 6.2. 2001, 8 K 1533/95 (rkr.)
  • Bei der Frage, ob eine Komplementär-GmbH ihren Geschäftsbetrieb i. S. des § 8 Abs. 4 KStG 1990 eingestellt und wieder aufgenommen hat, ist ausschließlich auf die Tätigkeit der GmbH und nicht auf die Geschäftstätigkeit der KG abzustellen, bei der die GmbH die Stellung des vollhaftenden Komplementärs einnimmt. Bleibt die (Primär-)Funktion der GmbH als persönlich haftender Gesellschafter trotz Gesellschafterwechsel erhalten, ist nicht von einer Einstellung der Geschäftstätigkeit auszugehen.
  • Die wirtschaftliche Identität (i. S. des § 8 Abs. 4 KStG 1990) einer Komplementär-GmbH geht nicht allein dadurch verloren, dass die Kommanditanteile der KG zu 100% veräußert werden und die neuen Kommanditisten in erheblichem Umfang neue Kommanditeinlagen erbringen.

  • Praxis-Info:


    Dieses Urteil zu den Voraussetzungen eines Verlustmantelkaufes bei einer Komplementär-GmbH einer GmbH & Co. KG erging zu einem Sachverhalt aus dem Jahre 1990, so dass die Urteilsgründe nicht unmittelbar auf § 8 Abs. 4 KStG i. d. F. ab 1997 anwendbar sind. Soweit sich das Gericht allerdings mit dem Kriterium "Zuführung überwiegend neuen Betriebsvermögens" sowie mit der Frage des – vom Gericht abgelehnten – "Durchgriffs" von wirtschaftlichen Tatbeständen von der KG-Ebene auf die Ebene der Komplementär-GmbH befasst, haben die Ausführungen des FG Köln auch in der aktuellen Fassung des § 8 Abs. 4 KStG Bedeutung. [Anm. d. Red.]