Umstellung auf das SEPA-Lastschrifteinzugsverfahren: Längerer Vorlauf bei Anträgen auf Herabsetzung oder Stundung von Vorauszahlungen


OFD Karlsruhe, Pressemitteilung vom 12.2.2014 (Nr. 02/2014)

 

Anträge auf Herabsetzung oder Stundung von Vorauszahlungen, die zum 10.3.2014 erstmalig nach der SEPA-Umstellung mittels SEPA-Lastschriftverfahren eingezogen werden, müssen dem jeweils zuständigen Finanzamt bereits am 24.2.2014 vorliegen.

Bislang war es den Finanzämtern möglich, noch bis zu drei Arbeitstage vor dem jeweiligen Fälligkeitstermin Anträge auf Herabsetzung von Vorauszahlungen oder Stundungen zu berücksichtigen. Der Lastschrifteinzug richtete sich dann nach der neu festgesetzten Vorauszahlung.

Aufgrund der Umstellung auf SEPA ist für den erstmaligen Lastschrifteinzug eine Vorlaufzeit von sieben Arbeitstagen notwendig. Dies betrifft ganz besonders den ersten großen Vorauszahlungsstichtag. Anträge auf Herabsetzung oder Stundung der Vorauszahlungen zum 10.3.2014 müssen folglich bis spätestens 24.2.2014 zugegangen sein.

 

 

Wichtig!

Auch künftig müssen – bei einem erstmaligen SEPA-Lastschrifteinzug – Herabsetzungs- und Stundungsanträge mindestens sieben Arbeitstage vor Fälligkeit dem Finanzamt vorliegen.

 

 

 

Praxis-Info!

Dieser verlängerte Vorlauf resultiert aus den Vorgaben der Kreditinstitute für erstmalige SEPA-Lastschrifteinzüge.

Unabhängig von der von der EU-Kommission vorgeschlagenen und mittlerweile vom EU-Parlament bestätigten Fristverlängerung zur Umstellung auf SEPA-Überweisungen und -Lastschriften bis 2.8.2014 hat die Finanzverwaltung offensichtlich bereits seit dem 1.2.2014 mit der Einführung des SEPA-Verfahrens im Zahlungsverkehr mit den Steuerpflichtigen begonnen.

Bestehende Lastschriftermächtigungen beim Finanzamt werden laut einer Pressemitteilung der Oberfinanzdirektion Karlsruhe vom 18.9.2013 (Nr. 08/2013) automatisch auf das neue SEPA-Verfahren umgestellt. Ebenso werden bei einem SEPA-Lastschriftmandat künftig auch steuerliche Nebenleistungen (z.B. Verspätungs- oder Säumniszuschläge) sowie gemahnte Beträge eingezogen.

 

 

Praxishinweis:

Herabsetzungs- oder Stundungsanträge, die beim Finanzamt nach dem 24.2.2014 eingehen, können den Einzug der bisher festgesetzten Beträge nicht mehr verhindern. Deshalb sollten all diejenigen, die noch Anträge für die im März 2013 fälligen Vorauszahlungen stellen wollen, möglichst schnell aktiv werden.

 

[Anm. d. Red.]

 

 

BC 3/2014