Euro-Bilanzgesetz verabschiedet


Der Bundesrat hat am 9.11.2001 dem Euro-Bilanzgesetz zugestimmt. Die Euro-bedingten Änderungen treten zum 1.1.2002 in Kraft. Wesentliche Inhalte desGesetzes sind:
Die Umstellung und Anpassung von noch in DM ausgedrückten Geldbeträgen auf Euro zum 1.1.2002 erfolgt überwiegend imVerhältnis 2 : 1. Die Beträge wurden hierbei auf glatte Euro-Beträge aufgerundet.

Größenklassen gemäß § 267 HGB

jeweils bis zu:

Bilanzsumme [1]

Umsatzerlöse [2]

Arbeitnehmerzahl [3]

Kleine Kapitalgesellschaften

<=

€ 3.438.000

<=

€ 6.875.000

50

(unverändert)

Mittelgroße Kapitalgesellschaften

<=

€ 13.750.000

<=

€ 27.500.000

250

(unverändert)

Große Kapitalgesellschaften

Überschreitung der Merkmale für mittelgroße Unternehmen.

 

Konzernabschlusspflicht gemäß § 293 HGB

 

Bilanzsumme [1]

Umsatzerlöse [2]

Arbeitnehmerzahl [3]

Nicht konsolidierte Zahlen

>=

€ 16.500.000

>=

€ 33.000.000

250

(unverändert)

Konsolidierte Zahlen

>=

€ 13.750.000

>=

€ 27.500.000

250

(unverändert)


[1] Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags.

[2] Umsatzerlöse der letzten 12 Monate vor Abschlussstichtag.

[3] Arbeitnehmerzahl im Jahresdurchschnitt


Die Haftungshöchstgrenze in § 323 Abs. 2 HGB für Schadensersatz bei fahrlässigen Verstößen im Zusammenhang mit gesetzlichen Abschlussprüfungen beträgt künftig

  • € 1 Mio. generell,
  • € 4 Mio. bei Prüfung börsennotierter AG,
  • € 1 Mio. bei eingetragenen Genossenschaften.
  • Eine Rechnungslegungspflicht für Einzel- und Konzernabschluss nach dem Publizitätsgesetz besteht künftig für natürliche Personen, OHG, KG, wirtschaftliche Vereine, bestimmte Stiftungen, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts bei

  • Bilanzsumme: € 65 Mio.,
  • Umsatzerlöse: € 130 Mio.,
  • Arbeitnehmerzahl: 5.000.

  • Weitere Änderungen im Euro-Bilanzgesetz sind u.a.:

  • Zweigstellen/-niederlassungen ausländischer Kreditinstitute und Kapitalgesellschaften können künftig den Jahresabschluss sowie hierzu gehörende Unterlagen auch in englischer Sprache (ohne Übersetzung in die deutsche Sprache) offenlegen. Die bisherigen weiteren Möglichkeiten (Offenlegung in deutscher Sprache und in der Sprache ihres Heimatlandes – insoweit mit Beglaubigungsvermerk des ausländischen Registers) bleiben bestehen.
  • Kreditinstitute und deren Zweigstellen brauchen – bezogen auf die Bilanzsumme der Zweigstelle – künftig nur noch dann ihre Jahresabschlussunterlagen zuerst im Bundesanzeiger zu publizieren, wenn sie am Bilanzstichtag eine Bilanzsumme von € 200 Mio. überschreiten.
  • Der Betrag, den ein Sparer innerhalb eines Kalendermonats ohne Nachteil vom Sparkonto abheben darf, wird auf künftig € 2.000 festgesetzt, was einer 30 %-Erhöhung entspricht.
  • Darüber hinaus wurde eine externe Qualitätskontrolle für genossenschaftliche Prüfungsverbände eingeführt (§ 63 e ff. GenG), die den Grundsätzen der jüngst eingeführten Qualitätskontrolle für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer nach §§ 57 a ff. WPO entspricht.