Überarbeiteter Standardentwurf zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen


IRZ, Heft 7/8, Juli/August 2013, S. 266

Am 20. Juni 2013 hat der IASB einen überarbeiteten Standardentwurf (Exposure Draft ED/2013/7) zu Versicherungsverträgen veröffentlicht. Wie bereits im ersten Entwurf aus Juli 2010 wird auch in der überarbeiteten Version die Absicht verfolgt, einen einzigen Standard zu schaffen, der auf sämtliche Arten von Versicherungs- und Rückversicherungsverträgen gleichermaßen Anwendung finden und die Bewertungs-, Ausweis- und Angabevorschriften für Versicherungsverträge regeln soll. Der überarbeitete Entwurf enthält nun allerdings eine Reihe von Vertragstypen, die vom Anwendungsbereich der vorgeschlagenen Regelungen ausgeklammert werden sollen.

Grundsätzlich sind dem Entwurf zufolge Versicherungsverträge nach dem Bausteinansatz zu bewer­ten. Danach ist die Verpflichtung aus einem Versicherungsvertrag mit der Summe der wahrscheinlichkeitsgewichteten Schätzungen der Zahlungen zu bemessen, zzgl. einer Verpflichtung aus einer Risikoanpassung (welche die Unsicherheit von Zahlungen der Höhe und der Zeit nach berücksichtigen soll) zzgl. eines Betrags für die vertraglich vereinbarte Marge aus der Erbringung der Dienstleis­tung, welche den noch nicht erdienten Gewinn eines Vertrags darstellt.

Der Standardentwurf adressiert primär fünf Kernbereiche der Versicherungsbilanzierung:

  • die Anpassung der noch nicht erdienten Gewinne aus Versicherungsverträgen,
  • die Bilanzierung von Verträgen, die eine Verknüpfung zu den Renditen zugrundeliegender Posten vorsehen und die das Unternehmen zu halten verpflichtet ist,
  • den Ausweis von Aufwendungen und Erträgen aus Versicherungsverträgen,
  • den Ausweis von Zinsaufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung und im sonstigen Gesamtergebnis sowie
  • die vollständig rückwirkende Anwendung beim Übergang auf die neuen Regelungen.

 

In dem Standardentwurf wurde der Zeitpunkt des Inkrafttretens bewusst offengehalten. Er soll nach Erwägung der eingegangenen Stellungnahmen festgelegt werden. Es ist davon auszugehen, dass ein endgültiger Standard etwa drei Jahre nach der Verabschiedung in Kraft treten wird. Stellungnahmen zum Standardentwurf ED/2013/7 werden bis zum 25. Oktober 2013 erbeten.