IASB veröffentlicht Vorschläge zu Änderungen an IAS 39 und IFRS 9 betreffend die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften bei Novation des Sicherungsinstruments


IRZ, Heft 4, April 2013, S. 136

Am 28. Februar 2013 hat der IASB den Entwurf ED/2013/2 Novation von Derivaten und Fortsetzung der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen veröffentlicht, der zu begrenzten Änderungen an IAS 39 und dem in Kürze erwarteten Abschnitt zur Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen in IFRS 9 führen soll. Ziel der vorgeschlagenen Änderungen ist es, unter bestimmten Bedingungen anstelle einer Ausbuchung oder eines Abbruchs die Fortsetzung einer Sicherungsbilanzierung im Fall einer Novation eines Sicherungsinstruments, d.h. einer Substitution des ursprünglichen Vertragspartners betreffend ein Derivat durch eine zentrale Gegenpartei, zu erlauben.

Nach den Vorschlägen des Entwurfs unterliegt eine Fortsetzung der Sicherungsbilanzierung den folgenden Voraussetzungen:

  • Eine Novation wird aufgrund einer Änderung in der Gesetzgebung oder Regulierung vorgeschrieben;
  • durch die Novation wird die zentrale Gegenpartei der Vertragspartner aller Parteien des Derivatevertrags, und
  • mit Ausnahme der Änderungen, die notwendige Folge der Novation sind, werden keine Änderungen an den Vertragsbedingungen des ursprünglichen Derivats vorgenommen.

 

Hintergrund der Änderungen sind die zu erwartenden Regelungen einzelner Rechtskreise zur Umsetzung der von den G-20-Staaten vereinbarten Reformen zu außerbörslichen Derivaten. Diese Reformen sehen vor, infolge der weltweiten Finanzmarktkrise neue Vorschriften für ein zentrales Clearing standardisierter, außerbörslich gehandelter (over the counter, OTC) Derivate einzuführen. Demgemäß wurde am 4. Juli 2012 die Verordnung (EU) Nr. 648/2012 des Europäischen Parlaments und des Rates über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister (auch: European Market Infrastructure Regulation, EMIR) verabschiedet und im Amtsblatt vom 27. Juli 2012 veröffentlicht. Entsprechend den Vereinbarungen der G-20-Staaten sieht die EU-Verordnung u.a. die Einrichtung einer zentralen Clearingstelle für standardisierte OTC-Derivate vor.

Ein Zeitpunkt für das Inkrafttreten der vorgeschlagenen Änderungen wird im Entwurf nicht festgelegt. Aufgrund der Aktualität der Thematik endete die Kommentierungsfrist bereits nach 30 Tagen, d.h. am 2. April 2013. Der Entwurf kann auf der Website des IASB (www.ifrs.org) eingesehen und heruntergeladen werden.