ESMA: Verlautbarung zur Bilanzierung von Staatsanleihen in IFRS-Abschlüssen


IRZ, Heft 1, Januar 2012, S. 15

Die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 25. November 2011 eine Verlautbarung zur bilanziellen Behandlung von Risiken aus Staatsanleihen vor dem Hintergrund der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklungen veröffentlicht. Insbesondere wird dabei auch die bilanzielle Behandlung von griechischen Staatsanleihen thematisiert.

Bereits im Juli 2011 hatte die ESMA eine öffentliche Erklärung zu Angaben in Bezug auf Staatsanleihen veröffentlicht, die in den IFRS-Abschluss aufzunehmen sind. Die Behörde betonte darin die Notwendigkeit einer erhöhten Transparenz in Zwischen- und Jahresabschlüssen europäischer börsennotierter Unternehmen, die die IFRS anwenden. Die nunmehr veröffentlichte Verlautbarung wurde vor dem Hintergrund einer inzwischen von der ESMA durchgeführten Untersuchung erstellt, in der die bilanzielle Behandlung von griechischen Staatsanleihen in den Zwischenberichten von Finanzinstituten, die an einem regulierten europäischen Markt notiert sind, abgefragt wurde. (www.esma.europa.eu)

  • Der erste Abschnitt thematisiert Jahresabschlüsse zu Berichtsperioden, die am 31. Dezember 2011 enden. Es werden Elemente benannt, die von Emittenten und ihren Prüfern in Bezug auf Risiken aus Staatsanleihen berücksichtigt werden sollten. Mit diesen Empfehlungen soll eine einheitliche Anwendung der IFRS-Regelungen in Europa sichergestellt werden. Die geforderten Angaben berücksichtigen dabei auch die Ergebnisse der Untersuchung der bilanziellen Behandlung von griechischen Staatsanleihen in den Zwischenberichten zum 30. Juni 2011.
  • Der zweite Abschnitt geht detaillierter auf die Ergebnisse der Untersuchung der bilanziellen Behandlung von griechischen Staatsanleihen in den Zwischenberichten und ihre Bewertung durch die ESMA ein. Darüber hinaus werden Elemente genannt, die von Emittenten und ihren Prüfern in Bezug auf Risiken aus Staatsanleihen in diesen Abschlüssen grundsätzlich hätten berücksichtigt werden sollen. In Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der künftigen wirtschaftlichen Entwicklungen empfiehlt die ESMA die Berücksichtigung dieser Elemente bei der Erstellung und Prüfung künftiger IFRS-Abschlüsse.